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>>>Sepp-Herberger-Tag<<<

am 16.6.2005 im Eisenberger Schortental

Sepp-Herberger-Tag und Eintracht Eisenberg lockten am Sonnabend mehr als 800 Besucher an

Von Claudia Bioly und Jens Henning, Eisenberg.

Am 18. Juni 2005 standen im Eisenberger Schortental die jüngsten Kicker im Mittelpunkt, und der "Sepp-Herberger-Tag" sollte ein Fußballfest für die ganze Familie werden. So kündigte es Mike Weber, Präsident von Eintracht Eisenberg, beim Pressegespräch im Schortental an. "Es wird nicht nur um den aktiven Fußball gehen. Hauptziel des Tages sind der Spaß und die Freude an der Bewegung."

Der Sepp-Herberger-Tag wird vom Deutschen Fußballbund ausgelobt, und jeder Landesverband vergibt die Austragung jährlich an einen Verein mit besonders guter Nachwuchsarbeit. In Thüringen ist das in diesem Jahr die Eintracht in Eisenberg. "Das ist für uns eine Ehre und zeigt auch, dass die Arbeit der ehrenamtlichen Trainer, Betreuer und Aktiven gewürdigt wird", bedankte sich Mike Weber.

Seit Januar bereitete der Verein, unterstützt u.a. vom Kreisfußballausschuss und der Barmer, das Großereignis vor. Und das war der Fahrplan: Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Ingo Lippert (SPD) um 8.45 Uhr begann um 9 Uhr das Kreispokalturnier der F-Junioren (das sind die 8- und 9-jährigen Kicker), gegen 12.15 Uhr war die Siegerehrung. Von 13 bis 15 Uhr folgte das Kreispokalturnier der G-Junioren (7 Jahre und jünger, Siegerehrung 15.15 Uhr).

 Um 16 Uhr trat die 1. Männermannschaft der Eintracht (Bezirksliga) gegen eine Auswahl des Saale-Holzland-Kreises an, mit Aktiven u.a. aus Hermsdorf, Bürgel, Klengel und Stadtroda.

Auf einer großen WM-Fußball-Showbühne war den ganzen Tag Unterhaltung für Jung und Alt angesagt. Eine Speed-Check- und eine Streetsoccer-Anlage standen bereit, es gab Torwandschießen, Hüpfburg, Vorführungen der Polizei Eisenberg und vieles mehr. Auch für Verpflegung wurde gesorgt .

"Absolut top!" Auf diese zwei Worte beschränkte sich Eintracht-Präsident Mike Weber am Sonnabend im Ergebnis des Sepp-Herberger-Tages im Eisenberger Schortental. Sein größtes Dankeschön ging an die 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Die hatten seit Tagen das große Fußballfest, ein Jahr vor der Fußball-WM 2006 in Deutschland, vorbereitet. "Die Arbeit wurde mit dem schönen Wetter belohnt", meinte Weber.

Der B-Platz (Ausweichplatz) im Schortental glich einer großen Spielwiese. Überall flogen, kullerten, rollten oder sprangen Bälle umher. Die große WM-Showbühne mit dem überdimensionalen Fußball war ständig mit jungen Kickern besetzt. Gleiches galt für den Tisch-Fußball und das Tipp-Kick-Spiel. Der Kreissportbund hatte die neue Streetsocceranlage des Thüringer Fußball-Verbandes und der Stadtwerke aufgebaut. Der Rest des Rasenplatzes gehörte den Stationen des DFB-Techniker-Abzeichens.

Schätzungsweise 800 Besucher - mit 500 war im Vorfeld gerechnet worden - schauten sich ganztägig auf der Sportanlage um. Trotz sommerlicher Temperaturen hielten die meisten Fans des runden Leders bis in den frühen Abend aus.Präsident Weber konnte bei dieser Fülle von Superlativen einfach keine kritischen Punkte ausmachen: "Was soll ich sagen, es lief heute alles wie am Schnürchen." Von der tollen Atmosphäre ließen sich offenbar auch die Sponsoren-Vertreter von der Schwarzbierbrauerei aus dem benachbarten Bad Köstritz anstecken. "Wenn man sieht, was der Verein heute auf die Beine gestellt hat, war unsere Entscheidung absolut richtig", meinte Brauerei-Geschäftsführer Albrecht Pitschel nach der offiziellen Vertragsunterzeichnung.

Foto: Jens Henning

Mike Weber (links), Präsident des SV Eintracht Eisenberg, stößt mit Albrecht Pitschel, Geschäftsführer der Köstritzer Schwarzbierbrauerei , auf die Zusammenarbeit im Sport-Sponsoring für die Eintracht an. Der mittelfristige Vertrag wurde am Rande des Sepp-Herberger-Tages unterzeichnet. Über das Volumen des Sponsorings wurde Stillschweigen vereinbart.

Als Glücksgriff erwiesen sich die beiden Nachwuchsturniere um die Kreispokale im F- und G-Junioren-Bereich. Sie waren die Garanten für viele Zuschauer.

Zwölf Mannschaften der Junioren F (8/9 Jahre) und acht Bambini-Teams (7 Jahre und jünger) nahmen an beiden Nachwuchsturnieren teil. Höhepunkte des Tages waren die beiden Siegerehrungen auf der Fußballbühne.

Jede Mannschaft konnte viele Geschenke mit nach Hause nehmen u, a. Bälle. Jerseys, Wurfscheiben, Aufkleber, Fotos oder Süßigkeiten und natürlich für die Plätze 1 bis 3 Medaillen und den Siegerpokal.

Pokalsieger bei den Bambinis wurde der SV Lobeda 77, der die Überraschungsmannschaft vom FSV Grün-Weiß Stadtroda im Finale mit 1:0 besiegte. Im Spiel um Platz 3 gewann der FC Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Eisenberg ebenfalls mit 1:0. Weitere Plätze: 5. SV Blau-Weiß Neustadt, 6. VfB 1990 Steudnitz, 7. VfB 09 Pößneck, 8. Jena Zwätzen. Bester Spieler: Pascal Nitschmann (Lobeda 77), bester Tormann: Max Gabler (Pößneck), bester Torschütze: Justin Schau (FC Carl Zeiss Jena, 4 Tore).

Das F-Junioren-Turnier gewann der SV Hermsdorf (4 Punkte), der in der Endrunde (drei Staffelsieger) gegen SV Jena Zwätzen (2. Platz, 2 Punkte) 1:1 spielte und gegen Lobeda 77 (3. Platz, 1 Punkt) mit 1:0 gewann. 0:0 trennten sich Jena-Zwätzen und Lobeda 77. Die drei Staffelzweiten spielten um die Plätze 4 bis 6, und hier setzte sich Eintracht Eisenberg (4 Punkte) vor Rothenstein (3 Punkte) und Carl Zeiss Jena II (1 Punkt) durch. Ausgezeichnet wurden als bester Spieler Kevin Schütte (SV Hermsdorf), bester Tormann Maximilian Hahn (Eintracht Camburg) und bester Torschütze mit 6 Toren Leon Rupprecht (SV Hermsdorf).

Am Ende dieser großartigen Veranstaltung sprachen die zahlreichen Eltern und Großeltern, im Namen der teilnehmenden Kinder den vielen Helfern den Dank aus.

Auch der Vorstand des KFA Jena/Saale-Holzland dankt allen Helfern des Sepp-Herberger-Tages herzlich, besonders Mike Weber vom gastgebenden SV Eintracht, Günter Stierand und Uwe Weyrauch für die Betreuung der Socceranlage, Monika und Werner Knoll, Wolfgang Perner und Stefan Böhm für die Durchführung der Wettkämpfe sowie den Schiedsrichtern Gerald Kupsch, Markus Drobe und Marco Körner.

Vorm Spiel beim intensiven Meinungsaustausch:

 Wolfgang Schakau, heute Trainer der Kreisauswahl SHK/Jena (und im “richtigen Leben” Trainer von Landesligist SV Schott JENAer Glas), und der Trainer vom SV Eintracht Eisenberg Robert Schiffer.

Prominente Verstärkung der Kreisauswahl: Andreas “Schwes” Schwesinger vom FC Sachsen Leipzig (ehem. FC Carl Zeiss JENA)

Munteres Spiel mit zehn Toren:

Dank zweier Dreier-Packs von Thomas Wichmann und Andreas Schwesinger kam die neu gebildete Kreisauswahl am Sonnabend zu einem 6:4-Sieg im Schortental.

Das Spiel war gleichzeitig der Abschluss der Aktionen zum Sepp-Herberger-Tages.

Gruppenfoto vor dem Spiel

Der Erfolg ging auf Grund der deutlichen Steigerung nach der Pause (Spielzeit war 2 mal 35 Minuten) in Ordnung. "Bierernst" wurde der Vergleich sowieso nicht genommen. Da wurde Mitte der ersten Halbzeit munter durchgewechselt. Da tauchte der Gastspieler Andreas Schwesinger plötzlich als Libero auf und organisierte eine Viererkette. Die letzten Minute stand er sogar zwischen den Pfosten. Beinahe hätte ihm ein anderer Spieler die Show gestohlen. Thomas Wichmann, ein Eintracht-Eigengewächs, der in den letzten Jahren mal in Bürgel, mal in Eisenberg bei den Alten Herren kickte, beeindruckte nicht nur den Auswahl-Coach Wolfgang Schakau. "Den würde ich nehmen", meinte der Trainer nach der Partie. Gleiches traf auf Stadtrodas Trainer Frank Lenhart (agierte als Co-Trainer) zu, der sich über den jungen Mann erkundigte. Steht da ein Vereinswechsel ins Haus?

Eisenbergs Coach Robert Schiffer sprach trotz der Niederlage von einem munteren Spielchen. "Schön für die Zuschauer! Das sollte man häufiger machen." Den verbalen Pass nahm Schakau auf und regte eine Art Blitz-Turnier mit regionalen Teams an - mal in Hermsdorf, mal in Bürgel, mal in Stadtroda. "Entweder zu Saisonbeginn oder zum Ende. Das kommt bestimmt gut an."

Sportlich durften sich die Routiniers im Auswahl-Team, Mike Renke und Uwe Hermannstädter, Komplimente abholen. "Sie haben die Elf gut geführt. Sie waren mein verlängerter Arm auf dem Platz", erklärte Schakau.

Einziger Wermutstropfen war die Knie-Verletzung von Eintracht-Kapitän Ulf Betz.

HALBZEITANSPRACHE, diesmal unter freiem Himmel

Aufstellung SV Eintracht Eisenberg: Brudel, Schau, Schneider, Daume, J. Prüfer, Schütze, Betz, Zimmermann, R. Prüfer, Stäps, Hundertmark. Einwechsler: Keck, C. Prüfer, Schultheiß.

Aufstellung Kreisauswahl SHK/JENA: Just (Schott), U. Hermannstädter (Bürgel), Hofmann (Stadtroda), Ulrich (Schott), Potz (Hermsdorf), C. Schwesinger (Schott), Riedel (Stadtroda), Wezel, Renke (beide Hermsdorf), Wichmann (Bürgel), A. Schwesinger (Sachsen Leipzig). Einwechsler: Perner (BSC), Tischendorf (Bürgel), Rüdiger (Stadtroda), Schubert (Hermsdorf), Blumentritt, C. Hermannstädter (beide Bürgel)

Zuschauer: 250

Tore: 0:1 A. Schwesinger (7.), 1:1 Zimmermann (9.), 2:1 J. Prüfer (17.), 3:1 Stäps (21.), 3:2, 3:3, 3:4 Wichmann (35., 42., 47.), 3:5, 3:6 A. Schwesinger (50., 54.), 4:6 Stäps (60.

"Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, solche Veranstaltungen durchzuführen", meinte Weber. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Eintracht als Ausrichter für den Tag des Pokals am Pfingstmontag 2006 stark macht. Mit der Empfehlung des Sepp-Herberger-Tages dürfte dem nächsten großen Fußball-Tag im Schortental (fast) nichts im Wege stehen.

 

Interview mit Andreas Schwesinger vom FC Sachsen Leipzig (ehem. FC Carl Zeiss JENA)

Am Montag, 27. Juni, wird’s ernst für Andreas Schwesinger (28). Dann beginnt beim Fußball-Oberligisten Sachsen Leipzig die Vorbereitung. TLZ nutzte die Sommerpause, um sich mit dem Stürmer über die Aussichten zu unterhalten.

Herr Schwesinger, erst mal nachträglich alles Gute. Sie hatten am Freitag Geburtstag?
Danke.

Nächste Woche ist Saisoneröffnung. Wie sind Sie über die Sommerpause gekommen?
Ganz gut. Ich halte mich mit Ausdauerläufen im Jenaer Paradies fit. Zuletzt habe ich bei Schott Jena locker mittrainieren können. Das war natürlich viel angenehmer, endlich auch mal wieder gegen den Ball zu treten.

Wie lautet die Zielstellung für FC Sachsen Leipzig in der kommenden Serie?
Wir wollen aufsteigen. Das ist kein Geheimnis. Ich weiß zwar noch nicht, mit welchen Spielern sich die Mannschaft verstärken wird. Pünktlich zur WM 2006 soll Leipzig wieder drittklassig sein.

Mit Ihnen als Spieler?
Warum nicht? Ich fühle mich wohl in Leipzig, ich würde gern noch zwei, drei Jahre dort spielen. Es liegt einzig und allein an mir. Mein Vertrag geht bis zum Sommer 2006. Ich muss mich jetzt empfehlen.

Das geht am besten mit Toren. Wie viele haben Sie sich vorgenommen?
Zwischen 15 und 20 Treffer sollten es schon sein. Voraussetzung ist, dass ich gut durch die Vorbereitung komme und verletzungsfrei bleibe.

Wie weit planen Sie als Fußballer?
Die Regionalliga soll für mich noch nicht das Ende sein. Das Ziel eines jeden Fußballers ist nun mal die Bundesliga. Ich traue mir schon zu, in der zweiten Liga zu spielen.

Ist das Kapitel FC Carl Zeiss Jena abgehakt?
Für mich schon. Ich habe das ganze Theater zweimal mitgemacht. Das reicht. Ich bin mir einfach zu schade für die Auswechselbank.

Das klingt alles schon sehr endgültig!
Stimmt. Eigentlich sollte man niemals nie sagen. Ich würde aber in Jena wohl nur noch mal einen Vertrag unterschreiben, wenn darin eine Stammplatz-Garantie festgeschrieben wird.

(Interview: Jens Henning)